Tiefenlockerung im Herbst 2023: Regenerative Lösungen gegen Bodenverdichtung

Tiefenlockerung im Herbst - Verdichtungen nachhaltig lösen

Tiefenlockerung 2023 – Der Herbst hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie der Klimawandel die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen stellt. Nach einer Maisernte, die mit der schweren Erntekette ihre Spuren hinterlässt, sehen sich viele Betriebe mit einem Problem konfrontiert, das Jahr für Jahr akuter wird: der Bodenverdichtung.

In diesem Blogartikel möchten wir auf die Erntebedingungen im Herbst 2023 eingehen und Lösungen vorstellen, wie die Regenerative Landwirtschaft, insbesondere die Tiefenlockerung, dazu beitragen kann, die negativen Auswirkungen auf unsere Böden zu minimieren.

Die Bedeutung der Verdichtung auf die Bodengesundheit

Böden sind das Fundament der Landwirtschaft. Bodenverdichtung ist ein Problem, das die Bodengesundheit und besonders die Ertragsfähigkeit beeinträchtigen kann. Schwere (Ernte)technik trägt zur Verdichtung im Boden bei. Da die Vegetationsperiode sich dem Ende zuneigt können sich Wurzeln die tieferen Bodenschichten nicht mehr vollständig erschließen.

Ein verdichteter Boden führt zu einer schlechteren Wasserleitfähigkeit, einem eingeschränkten Gasaustausch und er beeinträchtigt den Lebensraum der Bodenmikrobiologie. Dies sind denkbar schlechte Bedingungen für den Start im Frühjahr.

 

Im Herbst sind die Probleme im Zusammenhang mit Bodenverdichtung in der Landwirtschaft besonders akut:

  1. Ernteaktivitäten: Im Herbst steht die Ernte an. Dies erfordert den Einsatz schwerer Erntemaschinen, die über die Felder fahren. Der Druck und das Gewicht dieser Maschinen können zu Bodenverdichtung führen, insbesondere wenn der Boden zu feucht ist.
  2. Feuchter Boden: Im Herbst gibt es oft vermehrte Niederschläge, und die Böden sind oft gesättigter. Wenn schwere Maschinen auf feuchten Böden fahren, steigt das Risiko von Bodenverdichtung, da der Boden weniger Tragfähigkeit aufweist und eher komprimiert wird.
  3. Verdichtung in tieferen Schichten: Ein besonderes Problem im Herbst ist, dass die Verdichtung nicht nur in den oberflächlichen Bodenschichten, sondern auch in tieferen Schichten auftreten kann. Dies kann das Wurzelwachstum der Pflanzen erheblich beeinträchtigen. Dort wo Verdichtungen herrschen wachsen Pflanzenwurzeln nicht in die tiefe, sondern seitlich. So bleiben Wasser- und Nährstoffdepots für die Pflanze unerreicht.
  4. Schlechtere Startbedingungen für das Frühjahr: Die im Herbst verursachte Bodenverdichtung kann sich negativ auf die Startbedingungen für die Frühjahrssaison auswirken. Verdichteter Boden hat eine geringere Wasserdurchlässigkeit und kann zu verzögertem Wachstum und niedrigeren Erträgen führen.
Tiefenlockerer

Aktive und passive Unterbodenverdichtungen

Es ist wichtig zu verstehen, dass es zwei Arten von Unterbodenverdichtungen gibt: aktive und passive. Aktive Unterbodenverdichtungen entstehen durch schwere Maschinen, die bei zu nassen Böden eingesetzt werden. Passive Unterbodenverdichtungen hingegen sind das Ergebnis von Bodenbedingungen, bei denen ein Ungleichgewicht in der Basensättigung des Bodens vorherrscht. Hier kommt die Bodenuntersuchung nach Albrecht ins Spiel, um die tatsächliche Basensättigung zu überprüfen.

Die Rolle des Unterbodenlockerers

Die Tiefen- oder Unterbodenlockerung ist eine Maßnahme, die entwickelt wurde, um Bodenverdichtung in Schichten bis zu 30-35 cm zu lösen, ohne die Bodenschichten zu vermischen. Sie ermöglicht es, den Unterboden schonend zu erschließen, sodass die Wurzeln der Pflanzen tief in den Boden eindringen können. Der Boden wird von unten angehoben und „zieht“ Luft ein, was den Gasaustausch fördert. Auf diese Weise werden Bodenverdichtungen aufgebrochen. Es entstehen feine Risse im Boden, die sich die Feinwurzeln der Pflanzen erschließen können. Daher ist es bei der Lockerung unbedingt ratsam das HF Bodenferment zu nutzen. So werden die unteren Bodenschichten und die erschlossenen Feinrisse sofort mikrobiell besiedelt und tiefer liegende Nährstoffdepots erschlossen. Winterharte Zwischenfrüchte und Winterkulturen können sich Nährstoffdepots im Boden erschließen.

Tiefenlockerer
Tiefenlockerer

Die richtige Anwendung der Tiefenlockerung

Damit die Tiefenlockerung erfolgreich ist, müssen einige wichtige Schritte beachtet werden. Vor der Durchführung sollte eine Ist-Bestandsanalyse mit Spaten und Sonde durchgeführt werden, um die Arbeitstiefe festzulegen. Die Zinken des Tiefenlockers sollten im und nicht unter dem Verdichtungshorizont liegen, um feine Haarrisse im Boden zu erzeugen, die von Mikroben und Pflanzenwurzeln besiedelt werden können. Daher müssen Sie mit der Bodensonde testen in welcher Tiefe der Verdichtungshorizont liegt. Die Tiefenlockerung sollte im wachsenden Bestand durchgeführt werden, damit neu entstandene Risse schnell mit Wurzeln stabilisiert werden können.

Herausforderungen und Lösungen

Die Tiefenlockerung ist eine wichtige Maßnahme, um Bodenverdichtungen zu lösen, aber sie birgt auch Herausforderungen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass der Boden weder zu nass noch zu trocken ist, bevor die Tiefenlockerung durchgeführt wird. Die Bodentemperatur sollte über 6 °C liegen, damit die Mikroorganismen im Boden aktiv werden können. Eine langsame Fahrgeschwindigkeit begünstigt die Bildung feiner Risse im Boden.

HF-Bodenferment

Tiefenlockerer

Grundsätzlich gilt:

Es ist essenziell, die Lockerung der tieferen Bodenschichten während der Vegetationsperiode durchzuführen. Die Durchwurzelung der resultierenden Feinrisse ist von zentraler Bedeutung für die biologische Stabilisierung des Bodengefüges. 

Das Einspritzen fon HF Bodenferment fürht dazu, dass die Feinrisse sofort mikrobiell besiedelt werden. 

 

Lockern mit dem Grubber

Wenn der Einsatz eines Tiefenlockers nicht mehr möglich ist oder kein Unterbodenlocker zur Verfügung steht, kann der Grubber als Alternative dienen, um Verdichtungen zu reduzieren.

Sollten Sie sich in der Phase der Saatbettbearbeitung befinden, empfehlen wir Ihnen, die Gründüngung flach zu fräsen und dabei eine Fermenteinspritzung mit HF Bodenferment vorzunehmen. Arbeiten Sie mit schmalen Scharen und stellen Sie den Grubber auf eine Tiefe von etwa 20-25 cm ein.

Es ist wichtig, mit dem Grubber nicht zu tief zu arbeiten, um eine Durchmischung der Bodenschichten zu verhindern. In Fällen, in denen diese Maßnahme nicht umsetzbar ist, raten wir dazu, mit der Lockerung bis zum Frühjahr zu warten, wenn die wachsenden Wurzeln erneut Unterstützung bieten können.

Zwischenfrüchte, insbesondere wurzelstarkes Getreide wie Grünroggen, bieten auch jetzt noch ein zufriedenstellendes Wurzelwachstum. Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Wintergrün“ von Camena.

Fazit

Die Regenerative Landwirtschaft bietet Lösungen für die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Tiefenlockerung ist eine wichtige Methode, um Bodenverdichtungen zu lösen und die Bodengesundheit zu verbessern. Wenn sie korrekt angewendet wird, kann sie dazu beitragen, die Startbedingungen für die Frühjahrssaison zu verbessern und die nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zu fördern.

In Zeiten des Klimawandels ist es von entscheidender Bedeutung, innovative Ansätze wie die Tiefenlockerung in die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren. Die Gesundheit unserer Böden ist von grundlegender Bedeutung für die Zukunft der Landwirtschaft, und es liegt in unserer Verantwortung, sie zu schützen und zu erhalten.

Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen einige Einblicke in die Bedeutung der Tiefenlockerung und ihre Anwendungsmöglichkeiten im Herbst 2023 gegeben hat. Bleiben Sie gesund und erfolgreich in Ihrer landwirtschaftlichen Arbeit.

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