Fragen und Antworten

Der Ampfer nimmt bei Nitratbildung im Boden wegen Verdichtung oder Strukturschaden zu. Dies entsteht durch Oxidation im Boden. Oxidation ist Energieverlust. Dem Bodenstoffwechsel wird Energie entzogen, vor allem durch zu geringe Vielfalt der Mikrobiologie. Auch bei hoher Vielfalt ist das so – wenn die aerobe, bodenaufbauende Mikrobiologie nicht arbeiten kann: zu kalt, zu trocken (!), verdichtet. Im Sommer 2018 wird die Mikrobiologie meist vertrocknet sein. Puffend wirkt der Humus – wenn der Boden genug hat.

Mit dem Ausbleiben der bakteriellen Leistungen, 2018 bedingt durch Trockenheit, geht die Kalziumverfügbarkeit zurück. Die Natur schickt deswegen den Ampfer aufs Feld. Ampfer macht Kalk durch organische Säure wieder verfügbar. Flache Bodenbearbeitung bei zu geringem Bewuchs bewirkt ebenfalls das Verschwinden mikrobieller Vielfalt – auf dem Spaten gut zu sehen. Der Ampfer braucht also, was das Bodennahrungsnetz wieder vollständig macht (die mikrobielle Artenvielfalt steigert): Bodenbearbeitung bei ausreichend erwärmten Boden, Rottelenker, Zwischenfrucht, Lockern (nicht ganz tief).

Disteln können zwei verschiedenen Unterfamilien der Korbblütler angehören: Kratzdisteln und Milch-/Gänsedisteln. Kratzdisteln sind mehrjährig, wachsen aus Rhizomen hoch, blühen rosa-violett und erhalten den Wachstumsreiz vor allem durch Bodenbearbeitung bei zu niedrigen Temperaturen. Bewachsene Böden sind wärmer, Rottelenker können auch „heizen“! Milch- oder Gänsedisteln sind meist ein- oder überjährig, keimen aus Samen, blühen gelb und bevorzugen zu viel bearbeitete Böden oder sind die Folge von zu wenig Bodenleben, vor allem zu wenig pilzlicher Mikrobiologie. Kopfkalkung, Elementarschwefel, Untersaat fördern die pilzliche Mikrobiologie.

Zwischenfrucht in Stoppelsaat lässt sich gut in Direktsaat, bevorzugt mit Zinkenscharen etablieren. Das sollte so schnell wie möglich nach Ernte geschehen. Hat trotz allem das Wasser nicht gereicht, lässt man es am besten, wie es steht. Lockern wäre trotzdem möglich. Um die Funktion der Zwischenfrüchte trotz Ausfall nutzen zu können, sollte man den gering entwickelten Bestand Mitte September einschälen, rotten lassen und in der zweiten Septemberhälfte eine Winterzwischenfrucht säen.

Wie bekommt man heraus, warum dort „Unkraut“ steht? Ausgraben, umdrehen, Wurzeln ansehen, Wurzelgeruch aufnehmen.

Kreuzkraut hat nackte Wurzeln, ohne Feinwurzeln, ohne Erdanhang. Damit fördert es die bakterielle Neubesiedelung des Bodens, den Beginn der mikrobiellen Besiedelung. Es ist nicht mykorrhiziert, weil Pilze unter diesen Bodenbedingungen noch gar nicht wachsen können. Es bereitet also durch Auflockerung mit den Bakterien die pilzliche Besiedlung des Bodens vor. Es wächst also dort, wo die Vielfalt der Mikrobiologie noch nicht hergestellt ist, bzw. verloren gegangen ist. Das sind die Ansatzpunkte: Boden lockern, Wiesenlüfter, 100 l/ha Fermente spritzen, behandelte Gülle fahren, kalken, Schwefel düngen, je nachdem, was auf diesem Standort sinnvoll ist.

Bei Totalbefall auf dem Grünland sollte neu angesät werden. Mit der Fräse, Schälpflug, Kleeblattscheibe einschälen, rotten lassen, dann neu einsäen hilft gut. Wenn der Boden wieder verdichtet ist, zum Beispiel bei Beweidung während einer langen Regenphase, dann sollte wieder von vorn begonnen werden: 1: Lockern, 2. neu einsäen, 3. Fermente spritzen, 4. Düngen.

Es gibt in der Natur nicht „gut“ oder „schlecht“. Werten tun wir, nicht die Natur. Beispiel: Jakobs-Greiskraut ist die Nationalblume der Isle of Man, wo sie unter dem Namen „Cushag“ bekannt ist.

Die Alkaloide des Kreuzkrautes werden aus Putrescin gebildet, einem Leichengift der Fleischfäulnis. Verfaulendes Bodenleben macht das auch, da muss nicht erst ein Pferd auf der Seite liegen. Also muss die Verdichtung des Bodens und die Eiweißoxidation – die Fäulnis – repariert werden. Deswegen steht in der Reihe der Maßnahmen auch der massive Ferment-Einsatz drin, die anderen Maßnahmen sollten dabei nicht unterschätzt werden.

Kreuzkräuter gehören zur Pflanzenfamilie der Asterartigen. Die haben eine wichtige Funktion bei der mikrobiellen Besiedelung des Bodens: sie bilden ätherische Öle, die vielfältig fördernde Funktionen in der Mikro- und Makrobiologie haben, sowie Inuline – Polysaccharide und Fruktane, die wiederum das bakterielle Bodenleben ernähren. Die Natur kennt nichts Unnützes.

Übung macht den Meister! Oben stehen die Basis-Eigenschaften des Bodens: Austauschkapazität, gewünschtes Ca : Mg – Verhältnis in der Basensättigung – es ist das wichtigste Gleichgewicht, weil es die Bodenstruktur stark beeinflusst, der Humusgehalt, der pH-Wert. In der rechten Spalte stehen die Empfehlung in kg Ware/ha, nicht in Nährstoffwerten. Daran kann man sich gut orientieren. Unten steht die Priorität – Reihenfolge der Wirksamkeit. Wenn also nicht alle empfohlenen Düngungen umgesetzt werden sollen, dann sollten die letzten Prioritäten weggelassen werden, nicht die ersten! Die Fußnoten bitte auch beachten. Ist die Empfehlung nicht plausibel, sollte auf einer kleinen Teilfläche die Empfehlung vollständig umgesetzt und der Effekt bewertet werden.

Hat es gegeben, vor allem auf schweren oder kalten Standorten. Auf diesen Standorten ist die biologische Aktivität des Bodens gering, als Voraussetzung für hohe Nährstofffreisetzung. Wenn diese Böden verdichtet sind, wird es noch schlechter. Der Pflug schafft durch Oxidation einen Nährstoffschub und bricht Verdichtungen auf – mit allen Nebenwirkungen, insbesondere dem erneuten Pflugbedarf.

Die maximale Förderung der biologischen Aktivität sollte deshalb immer am Beginn reduzierter Bodenbearbeitung stehen. Gründüngung mit allem was geht – das ist mehr als Stoppelsaat-Zwischenfrucht. Flächenrotte, Gleichgewichte herstellende Düngung und Unterbodenlockerung, auch partiell, sind die Anfangsmaßnahmen. Die Aufwertung organischer Dünger fördert die Bodenbiologie ebenso. Eine gezielte Anwendung von Enzymen, Fermenten und mineralischen Blattdüngern kann den belebenden Effekt der Maßnahmen verbessern.

Muss man gegen die Bodenbelebung „sündigen“ (nasse Ernte, Dienstleister, Hackkulturen, Feldgemüse), sind akkurat umgesetzte Maßnahmen zur Bodenbelebung, wenn es geht, umso wichtiger.

In der bisherigen Lehrmeinung wurden eher klassische Grubber bevorzugt, um Wurzelunkräuter nach Ernte zu bekämpfen.

Grubber sind für einen begrünungsfreien Ackerbau konzipiert. Im weitgehend dauerbegrünten Ackerbau können sie die wichtige Funktion des „Schälens“ als Voraussetzung zur Flächenrotte der Begrünung nicht richtig erfüllen. In der Zeit, in der man grubbert, um etwas zu bekämpfen, wächst nichts, aber die Gare nimmt ab. Man sieht es deutlich auf dem Spaten.
Unkräuter korrigieren Böden mit Fehlern, beispielsweise fehlende Artenvielfalt und Aktivität des Bodenlebens. Das kann mit den steuerbaren Kulturpflanzen in den Begrünungen nachgebaut werden, so dass die „Bekämpfung“ an Bedeutung verliert.

Die Nährstoffbilanz einer Kultur lässt den Nährstoffaufschluß durch Pflanzen, den Bodenstoffwechsel und die Austauschvorgänge im Boden unberücksichtigt. Der Boden ist kein Gefäß, das vor der Entnahme gefüllt werden muss, sondern ein lebender Organismus, der bei Gesundheit gehalten werden sollte.

Schwefel nimmt die Pflanze aus dem organischen Teil des Ton-Humus-Komplexes auf, ist der Humusgehalt niedrig, z.B. <3% bei Sandlehmen, reicht es nicht. Wenn das Bodenleben gleichzeitig artenarm und inaktiv ist (sieht man an fehlenden Regenwürmern), kommt es zu Schwefelmangel. Eine Schwefeldüngung beginnt zunächst, Ungleichgewichte der Basensättigung auszugleichen, das „verbraucht“ Schwefel. Das Bodenleben nutzt bei Mangel den gedüngten Schwefel auch, deshalb sind die Empfehlungen so hoch - es soll ja auch bis zur Ertragsbildung reichen.

Ich empfehle Untersaat im Getreide und kein Stoppelsturz, um das Ausfallgetreide keimunfähig werden zu lassen. In der Schattengare unter Gras verliert es deutlich schneller an Keimfähigkeit als im Halbschatten zwischen den Stoppeln. Die Stoppeln sollten nach Ernte so kurz wie möglich nachgemäht/gemulcht werden, die Untersaat wird dann dichter. Unkräuter und Ungräser, als Beispiele Distel und Quecke, stehen dann noch in den Stoppeln. Ihr Habitat wird aber vom schneller wachsenden Gras der Untersaat besetzt, sie werden schwach. Mit der nächsten Schälung, zu Wintergetreide oder Winterzwischenfrucht, werden sie weiter reduziert.

Die Weidelgräser sind innerhalb der Einkeimblättrigen eine andere Pflanzenfamilie, sie fördern daher die Getreidekrankheiten wenig bis nicht. Getreide mit den Untersaaten, die Weidelgräser enthalten, steht nach bisheriger Beobachtung gesünder, reagiert weniger (nicht immer) auf Krankheiten. Das ist der Mischkultureffekt. Er setzt aber die ausreichende Entwicklung der Untersaat voraus, die bei Herbstuntersaat eher gegeben ist als bei Frühjahrsuntersaat.  Eine begleitende, idealerweise entsprechend der Kinsey-Empfehlung, für die Kultur gegebene Düngung fördert die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen , z.B. reduziert die Schwefeldüngung den Septoriadruck. Ebenso lässt sich mit vitalisierenden Battspritzungen die Anfälligkeit gegen Krankheiten reduzieren.

Nicht die einzelne Maßnahme, sondern die Wechselbeziehungen zwischen den Maßnahmen lässt die Wirkungen entstehen. Um die eigene Erfahrung zu verbessern, gehört der Vergleich mit einer unbehandelten Parzelle – und die eigene Beobachtung –  dazu!

Nach Vegetationsbeginn, am besten geht es ab 8°C. Man kann messen oder die Blüte der wilden Steinobstarten, z.B. der Schlehen als phänologischen Termin nutzen.

Das Gras steht (hoffentlich) aus einer Untersaat oder Futterfläche dort. Dann müsste es darunter 5-15 cm locker-krümelig sein. Dann hat es gearbeitet. Dicht unter der Bodenoberfläche, ca. 2-3cm, sollte die Begrünung mit geeignetem Gerät abgeschält und locker rotten gelassen werden. Tritt der süße Bodengeruch, wie Walderde oder Karotten ein, ist die Rotte durch und das Feld kann befahren werden.

In vielen Betrieben haben sich Fräsen unterschiedlicher Hersteller bewährt. Grubber und Scheibeneggen lassen große Wurzelballen übrig, sie sind für das Schälen und die Flächenrotte nicht gebaut worden. Teilweise geeignet sind Dynadrive, Spatenrolleggen, Kettenscheiben, Schälpflüge. Man geht dabei aber Kompromisse ein, die den Erfolg gefährden können. Totalherbizide können die Rotte verhindern – gut riechbar!

Eine Rottelenkung mit geeigneten Präparaten hat sich bewährt, denn es rottet auch dann, wenn die Bedingungen nicht ganz passen.

Das ist eine schwierige Sache. Zunächst braucht man eine Basensättigungs-Analyse (deswegen empfehle ich die Kinsey-Bodenuntersuchung), denn es kann auch Kalkmangel vorliegen – bei hohen pH-Werten! Ist die Kalziumbasensättigung zu niedrig, wird Kalkung empfohlen.

Ist sie zu hoch (> 68-70% Ca-Basensättigung bei Neal Kinsey), wird kein Kalk empfohlen. Die Bodenstruktur wird durch die Kalzium- und Magnesiumübersättigung geprägt – es sind eben die schweren, kalten Böden. Das begrenzt die mikrobielle Aktivität und damit die Bodenatmung. Diese braucht die Pflanze für die Kalziumaufnahme! Kalziummangel auf kalziumübersättigtem Standort kann also die Folge sein. Besonders, wenn das Bodenleben durch Anbaumaßnahmen geschädigt wurde. Die anderen Nährstoffe sind auf diesen Standorten ebenso schlecht verfügbar. Deshalb sind solche Böden erstrangig bodenaufbauend – regenerativ zu bewirtschaften.

Was ist zu tun?

  • Bodendiagnose: Struktur vor der Arbeit mit Spaten und Sonde prüfen.
  • Bestandesdiagnose auf Kalkmangel: nach der Saat blasses Aussehen, gelbe Blattspitzen beim Getreide, im Raps grüne Blattadern u.a., klare Brechungsgrenze im Refraktometer, Werte der Pflanzenanalyse
  • Maßnahme auswählen: schwache Kopfkalkung mit gut wirksamen Kalk, Blattspritzung mit fein vermahlenem Kalk, Behandlung mit Fermenten
  • Kontrolle: Blattfarbe wird grüner, im Refraktometer wird die Brechungsgrenze undeutlich, der Erdbehang an neuen Wurzeln wird auffällig stärker, an Wintergerste reduziert sich Typhula

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