Fragen und Antworten zur Regenerativen Landwirtschaft

Was ist Regenerative Landwirtschaft?

Es ist die Regenerierung der Bodenfruchtbarkeit durch das wiederbeleben der Bodenbiologie. Damit verbundenen ist die Speicherung von Kohlenstoff durch den Lebendverbau im Bodenstoffwechsel. Diesen Kohlenstoff kennen wir unter dem Begriff „Humus“.
Mit den gleichen Methoden erzielen wir auch optimale Nährstoffeffizienz und hohe sowie sichere Ertäge mit höchsten Nähr- und Vitalstoffgehalten. Dies hat auch direkte Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und Resilienz der Betriebe.
Die besten Humuszuwachsraten werden durch die richtige Handhabung bewachsener Böden erreicht. Externe Zufuhr organischer Dünger sind eine Ergänzung der Regenerativen Bewirtschaftung, wobei der richtigen Aufbereitung organischer Dünger eine zentrale Bedeutung zukommt.

Friedrich Wenz

 

Wie erreicht man die Steigerung der Humusgehalte?

Über die Steigerung des organisch gebundenen Kohlenstoffgehaltes im Boden mit Hilfe von mikrobieller Bodenaktivität. Die Pflanzen über ihre Wurzeln und die Bodenbiologie im direkten Umfeld der Wurzeln (Rhizosphäre) bilden ein System, das durch die Wurzelausscheidungen der Pflanzen mit Energie versorgt wird. Zusätzlich hat jede Pflanzenart eine individuelle Zusammensetzung der Rhizosphärenbiologie. Deshalb ist eine größtmögliche Vielfalt im Bewuchs der Böden, die Förderung der maximalen Photosyntheseleistung der Pflanzen und der Umgang mit den bewachsenen Böden der Schlüssel für einen erfolgreichen und langfristigen Humusaufbau.

Friedrich Wenz

Was ist Flächenrotte?

Oberflächennahe und lockere Einarbeitung frischer, grüner, möglichst zerkleinerter Pflanzenmasse. Damit wird der Bodenstoffwechsel mit Energie aus schnell umsetzbaren Zucker- und Eiweißstoffen versorgt und ermöglicht die weitgehend verlustarme Einbindung der im Pflanzenmaterial enthaltenen Nährstoffe in die aktive Bodenbiologie. Der Flächenrotteprozess wird durch den Einsatz milchsaurer Pflanzenfermente aktiv gesteuert und unkontrollierte Fäulinsprozesse werden sicher unterbunden. Der Unterschied zur Flächenkompostierung und organischen Düngung mit Wirtschaftsdüngern ist der Energie- und Nährstoffgehalt der frischen, grünen Pflanzenmasse, der sichere Rotteprozess und eine schnelle und umfangreiche Huminstoffneubildung während des Flächerotteprozesses.

Friedrich Wenz

Wann kann man im Frühjahr mit der Flächenrotten beginnen?

Für eine erfolgreiche Flächenrotte brauchen wir eine Bodentemperatur von mind. 6°C. Darunter kommt die mikrobielle (hauptsächlich bakterielle) Aktivität zum Erliegen. Diese Temperatur brauchen wir bis zur Bearbeitungstiefe bei der Flächenrotte.
Muss man die Bearbeitung schon bei niedrigeren Temperaturen durchzuführen, kann man die Stoffwechselprozesse durch erhöhte Gaben von milchsauren Bodenfermenten stark positiv beeinflussen. Ohne die Prozesslenkung mit den Fermenten ist von einer „kalten“ Bearbeitung absolut abzuraten.

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