Die Nährstoffbilanz einer Kultur lässt den Nährstoffaufschluß durch Pflanzen, den Bodenstoffwechsel und die Austauschvorgänge im Boden unberücksichtigt. Der Boden ist kein Gefäß, das vor der Entnahme gefüllt werden muss, sondern ein lebender Organismus, der bei Gesundheit gehalten werden sollte.

Schwefel nimmt die Pflanze aus dem organischen Teil des Ton-Humus-Komplexes auf, ist der Humusgehalt niedrig, z.B. <3% bei Sandlehmen, reicht es nicht. Wenn das Bodenleben gleichzeitig artenarm und inaktiv ist (sieht man an fehlenden Regenwürmern), kommt es zu Schwefelmangel. Eine Schwefeldüngung beginnt zunächst, Ungleichgewichte der Basensättigung auszugleichen, das „verbraucht“ Schwefel. Das Bodenleben nutzt bei Mangel den gedüngten Schwefel auch, deshalb sind die Empfehlungen so hoch – es soll ja auch bis zur Ertragsbildung reichen.